Herzlich willkommen!

Spreche ich über meine Tätigkeit als Psychotherapeutin, also über meine Beziehung zu Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen und mit vielfältigen Anliegen an mich wenden, denke ich oft an die Möwe Jonathan.

Kennen Sie dieses kleine Buchkunstwerk von Richard Bach:
"Die Möwe Jonathan", erschienen im Ullstein-Taschenbuchverlag 2001?

In diesem Büchlein wird die Geschichte einer Möwe erzählt, die anders ist und anders fühlt als die meisten ihrer Artgenossen. Sie hat einen Traum, sie verfolgt ein Ziel, sie glaubt an ein Abenteuer vom Fliegen. Geschildert wird sowohl die Erfüllung ihres Vorhabens, das Wahrwerden ihres Traumes vom perfekten Fliegen als auch der schwierige Weg, andere für ihr Ziel zu begeistern, sie mitzunehmen. Besonders erlebbar wird dabei beschrieben, wie das Mühen in Jonathan einen Wandel, einen Prozess der inneren Veränderung auslöst.

Auf diese Weise drängen sich neben Parallelen zu den Außenseitern der menschlichen Gesellschaft vor allem Vergleiche zur Entwicklung und Differenzierung der menschlichen Psyche, der eigenen Individualisierung und ihrer Störbarkeit geradezu auf.

Psychotherapie als Suche nach dem persönlichen Weg verstanden, heißt sich zielorientiert auseinander zusetzen mit eigenen Stärken und Schwächen, fördernden und hemmenden, also - fachsprachlich - mit in der weiteren Entwicklung behindernden Denk- und Verhaltensmustern, die bis zur Ausbildung krankheitswertiger Symptome führen können.

Wie die Möwe Jonathan Mut und Überwindung für das Angehen jeder einzelnen Etappe benötigt, bedarf es auch in der Psychotherapie der eigenen Entscheidung zum ersten Schritt.

Im Weiteren stellt sich therapeutische Arbeit als Prozess des Berichtens und Hinterfragens dar, getragen vom Ziel der Erweiterung, des Umdenkens und Übens, woraus Veränderungen erwachsen können und Neubestimmungen möglich werden - nicht ohne Schwierigkeiten, Anstrengungen und Geduld, aber mit Aussicht auf mehr Zufriedenheit, Abbau krankmachenden Verhaltens und damit der Steigerung des Wohlbefindens.